Seifensäckchen häkeln: einfache Anleitung für Anfänger

Cremefarbenes gehäkeltes Seifensäckchen mit Zugband und rechteckiger Seife auf hellem Holz
Kostenlose Anleitung
Für Anfänger
Aus einem Rechteck

Seifensäckchen häkeln

Luftmaschen, Stäbchen und zwei kleine Nähte: Häkle einen schlichten Seifenbeutel mit einfachem Netzmuster und Zugband, dessen Größe du an deine Seife anpassen kannst.

NiveauEinfach, mit Grundkenntnissen
Beispielmaß · flachCa. 10,5 × 14,5 cm
TechnikNetzmuster in Reihen
Zeit · SchätzungEtwa 1,5–3 Stunden

Du möchtest ein Seifensäckchen häkeln, ohne einen ovalen Boden oder komplizierte Runden zählen zu müssen? Dieses Modell beginnt mit einem flachen Rechteck. Ein einfaches Netz aus Stäbchen und Luftmaschen bildet Vorder- und Rückseite. Zum Schluss faltest du das Stück, schließt die Seiten und ziehst ein schmales Band durch die oberen Öffnungen.

Der Beutel eignet sich als kleines Projekt für dich selbst oder als selbst gemachte Verpackung für ein Stück Seife. Besonders hilfreich: Du kannst seine Passform schon vor dem Zusammennähen prüfen. Hier findest du deshalb nicht nur eine Maschenfolge, sondern auch eine Größenrechnung, Zählhilfen und Lösungen für typische Anfängerfehler.

Wie häkelt man ein einfaches Seifensäckchen?

Häkle eine schmale Anfangskante aus festen Maschen, danach ein Rechteck im Wechsel aus Stäbchen und je einer Luftmasche. Beende es mit einer zweiten festen Kante. Falte das Rechteck quer, sodass die beiden festen Kanten die Öffnung bilden. Nähe die Seiten zusammen und fädle ein Luftmaschenband durch die oberste Netzreihe. Der gefaltete Boden braucht keine eigene Naht.

Das findest du in dieser Anleitung

  1. Garn und Werkzeug
  2. Maschen und Zählweise
  3. Größe an die Seife anpassen
  4. Anleitung in zehn Schritten
  5. Fehler erkennen und beheben
  6. Farben, Reste und Geschenkidee
  7. Kompakte Kurzanleitung
  8. Häufige Fragen

Material für dein Seifensäckchen

Für den Einstieg lässt sich ein helles, glattes Baumwollgarn gut abzählen. Wähle ein Garn, dessen Pflegeangaben zur späteren Nutzung passen. Baumwolle allein bedeutet nicht automatisch, dass jedes Garn heiß gewaschen werden darf. Entscheidend ist die Banderole.

  • Baumwollgarn: ungefähr 15–25 g bei etwa 125 m pro 50 g als Planungswert für den Beutel, ohne große Probe.
  • Häkelnadel: etwa 3 mm als Ausgangspunkt; an Garn, Spannung und Probe anpassen.
  • Stumpfe Wollnadel: zum Schließen der Seiten und Einziehen des Zugbands.
  • Schere und Maßband: zum Messen der Seife, des Rechtecks und des Bands.
  • Maschenmarkierer: für die Randmaschen und die vorläufige Passformprüfung.
  • Dein Seifenstück: zum direkten Abgleichen von Breite, Dicke und Höhe.

Ein 50-g-Knäuel schafft Reserve für eine Maschenprobe und einen zweiten Versuch. Bei Garnresten prüfst du vorher Zusammensetzung und Lauflänge. Zwei ähnlich aussehende Fäden können unterschiedlich dick sein und beim Waschen verschieden reagieren. Eine einfarbige erste Version macht es leichter, die Netzöffnungen zu zählen.

Cremefarbenes Baumwollgarn, Häkelnadel, Wollnadel, Schere, Maschenmarkierer und rechteckige Seife
Garn und Werkzeuge bereitlegen; miss zusätzlich dein Seifenstück mit einem Maßband.

Diese Maschen brauchst du

Alle Begriffe beziehen sich auf deutsche Häkelanleitungen.
Abkürzung Bedeutung Verwendung
LM Luftmasche Anschlag, Netzöffnungen und Zugband
fM Feste Masche Die beiden schmalen oberen Kanten
Stb Einfaches Stäbchen Die senkrechten Stege des Netzes
R Reihe Einmal über die ganze Breite arbeiten

Für eine feste Masche holst du nach dem Einstechen eine Schlinge und ziehst den Faden anschließend durch beide Schlingen. Beim Stäbchen kommt vor dem Einstechen ein Umschlag dazu; die Schlingen werden in zwei Durchgängen zu je zwei abgemascht. Die einzelnen Bewegungen zeigen auch die bebilderten Grundkurse für feste Maschen und einfache Stäbchen bei Initiative Handarbeit.

Die wichtigste Zählregel: In den Netzreihen zählen die drei Anfangsluftmaschen als erstes Stäbchen. In den Reihen aus festen Maschen zählt die einzelne Wendeluftmasche dagegen nicht mit. Im Beispiel hat jede Netzreihe 13 Stäbchenpositionen und 12 Luftmaschen dazwischen.

Eine „Stäbchenposition“ kann also ein echtes Stäbchen oder die ersetzende Kette aus drei Luftmaschen sein. Die zusätzliche Luftmasche für das erste Loch gehört nicht zu dieser Kette. Wenn du am Rand plötzlich zwei Stäbchen nebeneinander siehst, wurde möglicherweise versehentlich in die bereits ersetzte erste Masche gearbeitet.

Welche Größe braucht dein Seifenbeutel?

Miss die Seife in der Lage, in der sie später im Beutel steckt: Die lange Seite steht senkrecht. Ein flach liegender Beutel muss beim Füllen nicht nur die Vorderseite, sondern auch die Dicke umschließen. Deshalb reicht es nicht, die Rechteckbreite genau so breit wie die Seife zu wählen.

Breite des Rechtecks

Seifenbreite + Seifendicke + Bewegungszugabe + Nahtzugabe.

Als erster Ansatz: 6 cm + 3 cm + 1 cm Spielraum + insgesamt 1 cm für beide Nähte ergeben etwa 11 cm. Prüfe diesen Wert später mit der tatsächlichen Seife.

Höhe des Beutels

Seifenlänge + halbe Seifendicke + Platz zum Zuziehen.

Für 9 cm Länge und 3 cm Dicke sind 9 + 1,5 + 3 = 13,5 cm eine erste Orientierung. Etwas zusätzliche Höhe erleichtert das Schließen. Das Rechteck ist ungefähr doppelt so lang.

Das Rechenbeispiel dieser Anleitung

Angenommen, deine gewaschene Probe ergibt 22 Maschenpositionen und 10 Netzreihen auf 10 cm. Für ungefähr 11 cm Rechteckbreite rechnest du 11 × 22 ÷ 10 = 24,2 Positionen. Runde auf die nächste passende ungerade Zahl: hier 25 Arbeitspositionen. Mit einer zusätzlichen Luftmasche schlägst du 26 LM an.

Rechnerische Orientierung, keine unabhängig von Garn und Spannung garantierten Fertigmaße.
Teil Beispiel Kontrolle
Anschlag und erste Reihe 26 LM → 25 fM Ungerade Arbeitsmaschenzahl
Netzbreite 25 Positionen → ca. 11,4 cm 13 Stäbchenpositionen, 12 Öffnungen
Netzbereich 28 Netzreihen → ca. 28 cm Gleichmäßige Breite, ohne Dehnen messen
Gesamtes Rechteck Ca. 11,4 × 29 cm Mit beiden festen Kanten zusammen
Gefalteter, genähter Beutel Ca. 10,5 × 14,5 cm flach Seife einsetzen, Öffnung probeweise schließen

Die beiden festen Reihen sind im Beispiel zusammen ungefähr 1 cm hoch; miss das an deinem eigenen Stück nach. Eine andere Maschenprobe verändert sämtliche Maße. Halte deshalb nicht gleichzeitig starr an Nadelstärke, Maschenzahl und Zentimetern fest. Die Rechnung hilft beim Start, die Passformprüfung entscheidet.

Seifensäckchen häkeln: Schritt für Schritt

Die folgenden Zahlen gehören zum oben beschriebenen Beispiel. Häkle durchgehend in Reihen und wende nach jeder Reihe. Für eine andere Breite bleibt die Arbeitsmaschenzahl ungerade; die Anzahl der Netzöffnungen beträgt dann immer die halbe Arbeitsmaschenzahl nach Abzug von eins.

Seife messen und eine kleine Probe häkeln

Miss Länge, Breite und Dicke deines Seifenstücks. Häkle dann eine Probe mit derselben Maschenfolge wie in den Schritten 2 bis 4. Für eine größere Probe verwendest du eine ungerade Zahl an Arbeitsmaschen, zum Beispiel 31, plus eine zusätzliche Luftmasche für den Anschlag.

Wasche die Probe entsprechend der Garnbanderole und lass sie vollständig trocknen. Miss sie ohne Ziehen. Zähle bei der Breite sowohl die Stäbchen als auch die Luftmaschen zwischen ihnen; jede zählt als eine Maschenposition. Für die Höhe misst du nur den Netzbereich. Die Beispielrechnung unten verwendet 22 Positionen und 10 Netzreihen auf jeweils 10 cm.

26 Luftmaschen anschlagen und die erste Kante häkeln

Schlage für das Rechenbeispiel 26 Luftmaschen locker an. Die Schlaufe auf der Nadel wird nicht mitgezählt. Stich in die zweite Luftmasche von der Nadel ein und häkle eine feste Masche. Arbeite anschließend in jede übrige Luftmasche ebenfalls eine feste Masche.

Am Ende liegen 25 feste Maschen vor dir. Die übersprungene Luftmasche ist keine zusätzliche Arbeitsmasche. Markiere die erste und die letzte feste Masche. Diese schmale Reihe bildet später eine Seite der oberen Beutelöffnung, nicht den Boden.

Reihe 1: 25 fM

Reihe 2: das Netzmuster beginnen

Häkle 3 Luftmaschen und wende. Diese drei Luftmaschen ersetzen das erste Stäbchen über der ersten festen Masche. Arbeite dort deshalb kein weiteres Stäbchen hinein.

Wiederhole nun zwölfmal: 1 Luftmasche, 1 feste Masche der Vorreihe überspringen, 1 Stäbchen in die nächste feste Masche. Das erste echte Stäbchen kommt also in die dritte feste Masche der Vorreihe, das letzte in die fünfundzwanzigste.

Du erhältst zwölf kleine Öffnungen zwischen dreizehn Stäbchenpositionen. Eine dieser Positionen besteht aus den drei Anfangsluftmaschen. Markiere deren dritte, oberste Luftmasche: In diese Stelle wird am Ende der nächsten Reihe eingestochen.

13 Stäbchenpositionen + 12 Luftmaschen = 25 Positionen

Reihe 3: Stäbchen über Stäbchen arbeiten

Häkle erneut 3 Luftmaschen und wende. Sie ersetzen wieder das erste Stäbchen. Wiederhole zwölfmal: 1 Luftmasche, 1 Stäbchen in das nächste Stäbchen der Vorreihe. Die Öffnung dazwischen bleibt frei; häkle das Stäbchen nicht um den Luftmaschenbogen.

Das letzte Stäbchen kommt in die markierte dritte Anfangsluftmasche der Vorreihe. Versetze die Markierung an den neuen Reihenanfang. So stehen die Stäbchen übereinander und die Kästchen bleiben gleich breit. Zähle die zwölf Öffnungen, bevor du weiterarbeitest.

Nahaufnahme eines cremefarbenen Häkelnetzes mit Stäbchen, Luftmaschen, Häkelnadel und Randmarkierung
Die Stäbchen stehen übereinander. Für die genaue Maschenzahl folgst du der schriftlichen Anleitung.

Das Rechteck bis zur passenden Länge häkeln

Wiederhole Reihe 3, bis du einschließlich der ersten Netzreihe insgesamt 28 Netzreihen gearbeitet hast. Im Rechenbeispiel sind das die Reihen 2 bis 29 des gesamten Stücks. Bei 10 Netzreihen auf 10 cm misst allein der Netzbereich ungefähr 28 cm.

Die Zahl ist eine Orientierung für die genannte Maschenprobe. Für eine andere Seife oder Reihendichte passt du sie an. Wähle möglichst eine gerade Anzahl von Netzreihen, damit nach dem Falten auf beiden Seiten gleich viele vollständige Reihen liegen. Das gesamte Rechteck soll einschließlich der beiden schmalen Abschlusskanten ungefähr doppelt so hoch wie dein geplanter Beutel werden.

Lege das Stück zwischendurch flach hin. Die Breite sollte gleich bleiben. Ein zu kleines Rechteck wird nicht dadurch passend, dass du das Netz kräftig auseinanderziehst.

Die zweite feste Kante arbeiten

Nach der letzten Netzreihe häkelst du 1 Luftmasche und wendest. Diese Wendeluftmasche zählt nicht als Masche. Häkle eine feste Masche in das erste Stäbchen, danach abwechselnd eine feste Masche um den nächsten Luftmaschenbogen und eine feste Masche in das nächste Stäbchen.

Arbeite über die ganze Breite. Die letzte feste Masche kommt in die dritte Anfangsluftmasche der Vorreihe. Es entstehen wieder 25 feste Maschen: dreizehn über den Stäbchenpositionen und zwölf in den Zwischenräumen. Im Beispiel ist dies Reihe 30. Schneide den Faden mit etwa 15 cm Reserve ab und ziehe ihn vollständig durch die Arbeitsschlaufe.

Rechteck: 1 feste Reihe + 28 Netzreihen + 1 feste Reihe

Rechteck falten und die Passform prüfen

Pflege das fertige Rechteck wie die Probe und lass es vollständig trocknen. Falte es anschließend quer in der Mitte, sodass die beiden kurzen Kanten aus festen Maschen oben aufeinanderliegen. Der Knick bildet den Boden. Die beiden langen Rechteckkanten liegen nun jeweils doppelt an den Seiten.

Fixiere beide Seiten vorläufig mit verschließbaren Maschenmarkierern und schiebe die trockene Seife von oben hinein. Sie soll sich ohne starkes Dehnen einsetzen und herausnehmen lassen. Oberhalb der Seife brauchst du Platz zum Zuziehen, im Beispiel ungefähr 3 cm. Ist der Beutel zu kurz, öffne die letzte feste Reihe und ergänze Netzreihen. Ist er zu schmal, muss die Anschlagbreite angepasst werden.

Nur die beiden Seitennähte schließen

Nimm für jede Seitennaht einen separaten Garnfaden von ungefähr 40 cm. Nähe mit einer stumpfen Wollnadel vom unteren Knick bis zur oberen Kante durch beide Stofflagen. Kleine, gleichmäßige Überwendlichstiche verbinden die gegenüberliegenden Randmaschen beziehungsweise Randstäbchen.

Verteile die Stiche so, dass keine langen offenen Schlitze bleiben, aber der Rand nicht zusammengezogen wird. Die beiden Hälften haben unterschiedliche Häkelrichtungen; orientiere dich deshalb an ihrer Höhe und den zusammengelegten Kanten. Nähe weder quer über die Öffnung noch zusätzlich über den gefalteten Boden.

Sichere die Nahtenden im Rand und vernähe die Fäden mit mehreren Richtungswechseln. Wende den Beutel, wenn du die Naht innen tragen möchtest. Prüfe besonders die oberen Nahtenden: Die Öffnungen direkt unter der festen Abschlusskante sollen für das Zugband zugänglich bleiben.

Gefaltetes Häkelrechteck mit begonnener Seitennaht, Wollnadel und markierter Oberkante
Verbinde nur die beiden Seiten; die obere Öffnung und der gefaltete Boden bleiben frei.

Zugband häkeln und einmal rundherum einziehen

Häkle eine lockere Luftmaschenkette, die ungedehnt etwa 40–45 cm lang ist. Für einen breiteren Beutel brauchst du entsprechend mehr Länge. Die Kette muss einmal um die vollständig geöffnete Mündung reichen und zusätzlich genug freie Enden zum Greifen und Binden haben. Sichere beide Enden und vernähe die Fadenreste unauffällig in der Kette.

Fädle das Band mit einer stumpfen Nadel durch die oberste Netzreihe direkt unter den festen Maschen. Beginne nahe einer Seitennaht. Führe das Band abwechselnd von außen nach innen und von innen nach außen durch die Öffnungen, über die Vorderseite, um die andere Seitennaht und über die Rückseite zurück.

Die Beutelöffnung bleibt dabei offen: Nähe Vorder- und Rückseite nicht zusammen. Beide Bandenden kommen wieder nahe dem Ausgangspunkt heraus. Verteile sie gleich lang, ziehe probeweise zu und binde eine lösbare Schleife. Prüfe auch, ob sich der Beutel danach wieder weit genug öffnen lässt.

Offenes cremefarbenes Seifensäckchen mit Zugband, dessen beide Enden an derselben Seite liegen
Das Zugband läuft durch die oberste Netzreihe; beide Enden kommen an derselben Seite heraus.

Seife einsetzen und den Beutel im Alltag pflegen

Setze die Seife ein und ziehe das Band nur so weit zu, dass das Stück sicher im Beutel bleibt. Kontrolliere Nähte, Fadenenden und Öffnung noch einmal. Kleine Seifenreste müssen größer als die Netzöffnungen sein, sonst können sie hindurchrutschen.

Spüle nach der Nutzung Seifenreste aus dem Garn und lass den Beutel offen und luftig trocknen. Nimm die Seife bei Bedarf heraus und trockne beides getrennt. Dauerhaft nass in einer geschlossenen Dose sollte das Säckchen nicht liegen. Wasche es regelmäßig nach den Pflegeangaben deines Garns; eine feste Waschtemperatur lässt sich nicht pauschal für alle Baumwollgarne nennen.

Häufige Fehler beim Seifensäckchen häkeln

Das Rechteck wird breiter

Prüfe den Reihenanfang: Drei Luftmaschen ersetzen bereits das erste Stäbchen. Ein weiteres Stäbchen in dieselbe Position wäre eine Zunahme. Zähle am Ende weiterhin zwölf Öffnungen.

Am Rand fehlt ein Kästchen

Oft wurde das letzte Stäbchen in die Anfangsluftmaschen ausgelassen. Markiere die dritte Luftmasche jeder neuen Reihe. Sie ist in der folgenden Reihe deine letzte Einstichstelle.

Die Anfangskante zieht sich zusammen

Der Anschlag oder die festen Maschen sind möglicherweise zu straff. Beginne lockerer oder probiere für die Luftmaschenkette eine etwas größere Nadel. Der Netzbereich soll nicht über einen engen Rand hinausfächern.

Die Seitennaht kräuselt sich

Lockere die Naht und verteile die Stiche neu. Die Naht soll die Ränder verbinden, nicht verkürzen. Ein zusätzlicher Stich in einer großen Lücke ist besser als kräftiges Zuziehen des gesamten Fadens.

Der Beutel lässt sich nicht öffnen

Kontrolliere den Weg des Zugbands. Es muss rund um die Mündung laufen, nicht quer durch beide Stofflagen. Auch ein zu kurzes Band oder fest vernähte obere Netzöffnungen können das Öffnen behindern.

Die Seife passt nur mit Kraft hinein

Prüfe zuerst die Bandlänge und dann die Beutelbreite. Die Dicke der Seife braucht zusätzlichen Umfang. Kräftiges Dehnen ersetzt keine ausreichende Größe und kann die Netzöffnungen dauerhaft verziehen.

Farben, Garnreste und eine kleine Geschenkidee

Eine cremefarbene Version wirkt ruhig und lässt das Netzmuster gut erkennen. Wenn du einen Farbakzent möchtest, häkle nur die beiden festen Kanten und das Zugband in einer zweiten Farbe. Verwende dafür möglichst dasselbe Garn in einer anderen Farbe, damit Stärke und Pflege zusammenpassen.

Für Streifen wechselst du die Farbe am Reihenende. Plane zusätzliche Zeit für das Vernähen ein: In einem offenen Netz lassen sich Enden schwerer verstecken als in einem dichten Stoff. Arbeite sie entlang mehrerer Stäbchen und sichere sie durch Richtungswechsel, ohne die sichtbaren Öffnungen zusammenzuziehen.

Als kleines Geschenk kannst du den trockenen Beutel mit einem verpackten Seifenstück und einer Papierbanderole kombinieren. Notiere das verwendete Garn und seine Pflegeangaben. Verzichte auf fest angenähte Perlen oder dicke Dekorationen, wenn das Säckchen später regelmäßig nass wird und unkompliziert gewaschen werden soll.

Für sehr kleine Seifenreste ist ein anderes, dichteres Muster sinnvoller. Einfach mehr Luftmaschen zwischen die Stäbchen zu setzen macht die Löcher größer, nicht kleiner. Änderst du das Muster, brauchst du auch eine neue Maschenprobe und eine neue Breitenrechnung.

Kurzanleitung zum Nachschlagen

Beispiel: 25 Arbeitspositionen, 28 Netzreihen, zwei feste Kanten. Rechenprobe: 22 Positionen und 10 Netzreihen auf 10 cm. Fertigmaß ungefähr 10,5 × 14,5 cm flach; an Garn und Seife anpassen.

  1. 26 LM anschlagen, ab der zweiten LM 25 fM häkeln.
  2. 3 LM, wenden; sie ersetzen das erste Stäbchen. Zwölfmal: 1 LM, 1 fM überspringen, 1 Stb in die nächste fM.
  3. Weitere Netzreihen: 3 LM, wenden; zwölfmal 1 LM und 1 Stb in das nächste Stäbchen. Letztes Stb in die dritte Anfangs-LM.
  4. Bis insgesamt 28 Netzreihen oder zur benötigten Länge arbeiten.
  5. 1 LM, wenden; 25 fM über alle Stäbchenpositionen und Luftmaschenbögen häkeln. Faden sichern.
  6. Rechteck pflegen, trocknen, quer falten und mit der Seife prüfen. Die festen Kanten liegen oben.
  7. Beide Seiten zusammennähen. Öffnung und gefalteten Boden nicht zunähen.
  8. Etwa 40–45 cm Luftmaschenband häkeln und durch die oberste Netzreihe einmal rundherum einziehen.
  9. Fäden prüfen, Seife einsetzen und nach jeder Nutzung luftig trocknen lassen.

Häufige Fragen zum Seifensäckchen häkeln

Ist ein Seifensäckchen für Anfänger geeignet?

Ja, wenn du Luftmaschen, feste Maschen und einfache Stäbchen kennst. Dieses Modell wird in geraden Reihen gehäkelt. Du brauchst weder einen Fadenring noch Zunahmen oder Rundenübergänge. Nimm dir besonders für die Anfangsluftmaschen und die beiden Seitennähte Zeit.

Wie viele Luftmaschen brauche ich für ein Seifensäckchen?

Im Beispiel schlägst du 26 Luftmaschen an und erhältst daraus 25 feste Maschen. Für eine andere Breite brauchst du eine ungerade Zahl an Arbeitsmaschen plus eine zusätzliche Luftmasche. Die Arbeitsmaschenzahl ergibt sich aus gewünschter Rechteckbreite und eigener Maschenprobe.

Welche Wolle eignet sich für ein gehäkeltes Seifensäckchen?

Für dieses Modell ist ein glattes, waschbares Baumwollgarn vorgesehen. Achte auf eine Garnstärke, bei der die Netzöffnungen zur Seife passen, und auf die Pflegeangaben der Banderole. Flauschige Effektgarne erschweren das Erkennen der Maschen und sind für den Einstieg hier unpraktisch.

Wie viel Garn brauche ich?

Für den beschriebenen kleinen Beutel sind ungefähr 15–25 g Baumwollgarn mit etwa 125 m Lauflänge pro 50 g ein Planungswert, ohne zusätzliche große Maschenprobe. Das entspricht ungefähr 38–63 m. Ein 50-g-Knäuel gibt dir Reserve für Probe, Nähte und Zugband; der tatsächliche Verbrauch hängt von Garn, Größe und Spannung ab.

Kann ich die Größe an mein Seifenstück anpassen?

Ja. Die Anschlagzahl verändert die Breite, zusätzliche Netzreihen verändern die Höhe. Berücksichtige neben Länge und Breite auch die Dicke der Seife. Falte das Rechteck vor dem Nähen, fixiere die Seiten vorläufig und teste, ob sich die Seife bequem einsetzen und der obere Rand schließen lässt.

Kann ich Seifenreste im Säckchen sammeln?

Ja, sofern sie nicht durch die Netzöffnungen passen. Für sehr kleine Reste ist dieses offene Muster nicht geeignet. Prüfe die Lochgröße an deiner Probe und nutze bei Bedarf ein dichteres Muster mit entsprechend neu berechneter Maschenprobe.

Muss ich das Seifensäckchen nach jeder Nutzung trocknen lassen?

Ja. Spüle den Beutel aus und lass ihn offen mit Luft an allen Seiten trocknen. Falls Seife und Garn zusammen lange feucht bleiben, nimm die Seife heraus und trockne beides getrennt. Für die Wäsche gelten die Angaben des verwendeten Garns.

Aus der RUZVO-Häkelecke

Mit Katrin Baumann begleitet dich RUZVO durch überschaubare Häkelprojekte mit klaren Arbeitsschritten. Bei diesem Seifenbeutel lohnt es sich, drei Dinge zu notieren: die gewaschene Maschenprobe, die Maße deiner Seife und die passende Zahl der Netzreihen. So hast du für einen zweiten Beutel aus demselben Garn eine brauchbare Grundlage.

Ein kleines Rechteck mit praktischem Abschluss

Speichere dir diese kostenlose Anleitung für später. Lege zuerst Garn, Nadel und deine Seife bereit – mit einer kleinen Probe kannst du die passende Größe in Ruhe planen.

Zur Schritt-für-Schritt-Anleitung

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